Das Quartett

Im Lauf der letzten Jahre ist Elina Duni Quartett zu einer subtil musizierenden Einheit mit großer künstlerischer Reichweite herangereift, der die Verbindung von modalem Jazz und Folk Music sehr organisch gelingt. Die Musiker verstärken dabei Dunis intensiven Vortrag mit einer stark textbezogenen Spielweise. “Wir fokussieren uns sehr auf die Intensität, die diese Poesie braucht. Wir versuchen in unserer Interpretation ihre Essenz herauszuarbeiten.”

Colin Vallon, der schon lange Sänger zu seinen wichtigsten Einflüssen zählt, wirkt am Piano oft wie eine Antwortstimme auf Duni. Und Bassist Patrice Moret interagiert überzeugend mit Drummer Norbert Pfammatter. Duni empfindet das Zusammenwirken der Musiker als entscheidend für ihre Arbeit.

“Ich wollte nie nur eine Sängerin mit einem Backing Trio sein. Von Anfang an habe ich den Musikern viel Raum zum Improvisieren gegeben und viel mit meiner Stimme experimentiert. Sie ist ein weiteres Instrument. So haben wir mit der Zeit ein musikalisches Verständnis aufgebaut, mit dem wir uns in jede Richtung bewegen können...”

Da ist zuerst diese absolut faszinierende Stimme - eine Stimme im Schnittpunkt zwischen Euphorie und Melancholie, eine Stimme, die vielen Gänsehaut den Rücken hinunterjagen dürfte. Dann ist da diese fesselnde Bühnenpräsenz: magisch und zugleich vollkommen unprätentiös. Elina Duni lebt die Musik mit kaum zu überbietender Intensität und Leidenschaft - mit jeder Pore ihres Körpers.

Elina Duni Portrait
 

Wo die meisten anderen Jazzpianisten bereits am Ende ihres Lateins angekommen sind, da fängt Colin Vallon erst richtig an. In atemberaubender Manier und mit einem Maximum an Verve und Chuzpe bringt er Formbewusstsein und Experimentierfreude unter einen Hut - er jongliert nicht nur mit Melodien und Harmonien, sondern integriert auch eine Vielzahl präparierter Klänge in sein Spiel.

Colin Vallon Portrait
 

Patrice Moret ist ein Kontrabassist, der in erster Linie auf die gravitätische Groove-Grandezza der tiefen Töne setzt, der aber auch über eine experimentierfreudige Ader verfügt. Moret platziert die sorgfältig nuancierten und mit einem Maximum an kinetischer Energie aufgeladenen Bassfrequenzen mit untrüglichem Timing am richtigen Ort. Mit anderen Worten: Er setzt die Devise «Less is more» so einfallsreich und souverän um, dass der Solarplexus zu swingen beginnt - dabei schafft er es, sich gleichzeitig in den Dienst der Band zu stellen und prägnante eigene Akzente zu setzen.

Dieser grandiose Groove-Jongleur und Entfesselungskünstler beherrscht die Kunst der urplötzlichen Gewichtsverlagerungen und Akzentverschiebungen wie nur wenige Schlagzeuger. Norbert Pfammatter ist ein sensibler Berserker - mit seinem polyrhythmischen Furor, seiner frei pulsierenden Energie und seinem unerschöpflichen Arsenal an Klängen drückt er der Musik seinen Stempel auf.

Norbert Pfammatter Portrait
 

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