Die erste Liebe – sie verfolgt uns, schlägt uns unbegreiflich in Bann, und nachdem wir ihr ins Netz gegangen sind, scheint es unmöglich, wieder loszukommen. So ist auch die Liebe zu Billie Holiday: jäh und ohne Hoffnung auf Wiederkehr.
Ihre Stimme, ein bitter süßes Versprechen, durchstößt uns und führt uns an den Saum eines unerklärlichen Gefühls: einer schimmernden Traurigkeit, die den Schmerz erträglich macht, weil wir es wagen, ihm entgegenzutreten, ja sogar mit ihm zu tanzen.
Dieselbe schimmernde Traurigkeit finden wir in Elina Dunis Stimme. Ihre balkanische Kultur, die sie seit Jahren mit dem Jazz vermischt, durchdringt auch die Lieder aus „Lady Day“, die Elina hier neu interpretiert, getragen von dem vertrauten Spiel ihres Pianisten und Komplizen Jean-Paul Brodbeck. Gemeinsam erschaffen beide einen Raum, in dem aus der Musik die Erzählung eines Lebens wird, ja vielleicht die Erzählung aller Leben, die ein allzu großer Lebensdurst zerbrochen hat.

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